"Die Insel der Zitronenblüten" - Christina Campos

Marina arbeitet als Ärztin ohne Grenzen und ist gerade in Äthiopien und begleitet eine Geburt, bei der die junge Mutter kurz nach der Entbindung verstirbt. Das Baby überlebt und Marina schliesst das kleine Wesen sofort in ihr Herz, übergibt sie an ein Waisenhaus und hofft auf eine erfolgreiche Adoptionsvermittlung. Sie erhält eine Nachricht, dass sie mit ihrer Schwester Anna ein Anwesen auf Mallorca, eine Mühle mit Bäckerei, erbt. Sie fliegt in ihre Heimat, aber ihr Freund Mathias bleibt als Helfer in Afrika zurück. Die beiden Schwestern wissen nicht, warum die fremde Frau ihr gesamtes Hab und Gut an sie vererbt hat. Im Grundbuchauszug ist nur ersichtlich, dass ihrer Großmutter bis zu ihrem Tod 10 % des Anwesens in Valldemossa gehört hatten.

Anna und ihr Ehemann Armando stehen nach einer Fehlinvestition in Panama vor dem Ruin und sind auf den Verkauf der Immobilie angewiesen. Marina verweigert aber ihre Zustimmung zum sofortigen Verkauf, weil sie herausfinden will wer María Dolores Molí Carmona, die rassige Lola, war und in welchem Verhältnis sie zu ihnen gestanden haben könnte. Zusammen mit Lolas Freundin Catalina nimmt sie die Bäckerei wieder in Betrieb und backt die traditionellen mallorquinischen Rezepte, die sie noch von ihrer Großmutter kennt. Marina hat ihre Heimat sehr vermisst und kommt auch ihrer älteren Schwester Anna und Nichte Anita wieder näher.

Marina und Anna sind völlig unterschiedliche Frauen. Entgegen Marinas eigenständiger Art ist Anna eher eine unterwürfige Frau, sie lässt sich von ihrem Mann bevormunden. 

Die Autorin bringt eine Vielzahl von Themen in die Handlung ein. Es werden jedoch viel zu viele Themen behandelt: von der Armut in Entwicklungsländern, der Situation von Waisenkindern, bis zu den Schwierigkeiten einer Auslandsadoption, oder das überschaubare Leben auf einer Insel, bei dem jede Abweichung von der Norm sofort auffällt. Es wird schwierig noch einen roten Faden zu erkennen, und das Geheimnis um das Erbe tritt damit in den Hintergrund. Wer glaubt hier einen heiteren Sommerroman vor sich zu haben, der sich leicht liest, der irrt. Das Cover und der Klappentext versprechen ein anderes Buch. Für mich war das zugegebenermaßen ein Problem. Zu viele Themen wurden in das Buch gepfercht.

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"Wir beide nach all den Jahren" - Chloe Duval

Flavie ist 28 Jahre alt und Lehrerin in einer französischen Kleinstadt und erhält eines Tages einen Brief, der nicht an sie adressiert ist. Neugierig macht sie ihn auf und findet einen wunderbaren Liebesbrief von einem E. Er ist an eine Amélie adressiert, die einst in diesem, ihrem Haus gewohnt haben muss. Der Brief wurde allerdings vor 43 Jahren geschrieben! Flavie zeigt ihn ihren Freundinnen, die sich regelmäßig treffen und genauso gerührt sind. Flavie beginnt nachzuforschen und findet schließlich heraus wer der Verfasser des Briefes ist. Sie sucht ihn auf und übergibt ihm den Brief und erkennt, dass Erwan noch immer in Amélie verliebt ist. Erwan hat einen Neffen Romaric und seine Nichte Gwenn aufgezogen, nachdem diese ihre Eltern verloren hatten. Romaric, der ebenfalls um die Dreißig ist wie Flavie, gefällt dieser sofort. Seine angenehme und liebenswerte Art und er sieht auch umwerfend aus! Erwan überlegt hin und her, ob er Amélie aufsuchen soll, wo doch Flavie ihre Telefonnummer hat! Kann eine solche Liebe je vergehen?

 

Das Buch ist beeindruckend schön geschrieben! Man fiebert mit, ob Erwan und Amélie sich wiederfinden oder ob die Jahre ihre Liebe erloschen haben. Ist Amélie frei? Denkt sie noch an Erwan? All die Jahre, die ins Land zogen, haben die ihre große Liebe mit sich gerissen? Erwan dachte, das Amélie absichtlich nicht auf den Brief geantwortet hatte und als er sie damals anrufen wollte, war sie nicht zu Hause. Ihre Mutter hatte sein Telefonat vergessen und seine Telefonnummer verloren, wie viele Hindernisse es doch für diese Liebe gab!

 

Das Buch ist sehr empfehlenswert! Man braucht nicht lange um es zu lesen, weil man unbedingt wissen möchte wie es weitergeht. Und was ist mit Flavie und Romaric? Jeder hatte sich sein Leben aufgebaut, kilometerweit voneinander entfernt! Man kann sich die Personen und auch die schöne französische Landschaft gut vorstellen. Sofort möchte man hinfahren!

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"Mein (nicht ganz) perfektes Leben" - Sandra Binder

Dieses Buch habe ich von NetGalley!

Vielen herzlichen Dank an NetGalley und dem Verlag beHEARTBEAT!!

 

 Lila hat kein Glück mit den Männern, so wie ihre Mutter. Lilas Mutter musste drei Arbeitsstellen annehmen, um sich und ihre Tochter irgendwie durchzubringen. So wollte Lila nicht enden. Deshalb beschloss sie einen wohlhabenden Mann zu heiraten, Liebe gibt es doch eigentlich gar nicht und durch das Verliebtsein in einen armen Mann darf man sich sein Leben nicht verpfuschen, so Lila.

Mit wenig Geld und ohne Job zieht sie in ein heruntergekommenes Haus in Berlin. Sie hat nicht einmal Möbel oder Geschirr. Ihr Nachbar Fred ist ihr behilflich, denn Lila ist chaotisch, aber immer gut gelaunt. Gerade die Direktheit von Lila und ihre freundliche Art beeindrucken den in sich gekehrten Fred, der zu Hause Bilder und Cover gestaltet und als Brotjob bei einer Cateringfirma arbeitet.

Als Lila ebenfalls in dieser Firma zu arbeiten beginnt, lernt sie den Unternehmersohn Marcel kennen, der genau wie Lila der Meinung ist, dass man sich als Paar nur gut verstehen muss, das reiche für eine gute Partnerschaft. Und obwohl Fred ihr immer mehr als Herz wächst, geht Lila mit Marcel eine Beziehung ein. Fred ist außer sich und erkennt, dass er Lila liebt. Kann Fred das Ruder herum reißen und Lila doch noch für sich gewinnen?

 

Die Personen sind gut gezeichnet, man kann gut verstehen, warum Lila nicht mehr arm sein möchte. Auch möchte sie durch eine Heirat mit einem reichen Mann ihrer Mutter, die nur Entbehrungen kennt, etwas zurück geben. Obwohl dem Leser zunächst Lilas Sichtweise auf die Liebe materialistisch vorkommt, versteht man schließlich immer mehr ihre Beweggründe. Bevor man dreißig ist, sollte man als Frau noch gute Chancen haben einen solchen Mann zu finden, meint Lila. Wenn man selbst einmal sehr wenig Geld hatte und sich Sorgen machen muss, ob man seine Rechnungen bezahlen kann, versteht man Lila. Marcel wird der künftige Chef der Firma und hätte genug Geld um Lila eine schönes Leben zu bereiten. Und Fred? Er malt Bilder, die er nie ausstellen möchte und ist auf seine Art ein liebenswerter Brummbär. Was ist, wenn man sich ausgerechnet in so einen Brummbären verliebt?

 

Sarah Binder darf ruhig noch mehr solcher Bücher schreiben! Ihr Schreibstil und wie sie die Personen beschreibt ist für den Leser ansprechend. Das Buch mit dem netten Cover ist jedoch tiefgründiger, als man es auf den ersten Blick vermutet!

 

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"Der Brombeergarten" - Cathy Bramley

Tilly Parker versucht ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen nachdem ihr geliebter Mann James verunglückt ist. Sie übersiedelt nach Kingsfield, einer Kleinstadt am Rande von Derbyshire, arbeitet als Grundschullehrerin und erfüllt sich den Traum vom eigenen Garten. Die Kleingartensiedlung Ivy Lane lag nur zwei Minuten mit dem Fahrrad entfernt von ihrem neuen Zuhause und die Community nimmt Tilly herzlich auf. Obwohl sie anfangs wenig Ahnung hat vom Gärtnern lernt sie schnell und ist glücklich über ihr erstes Gemüse. Charlie verliebt sich in Tilly, die aber noch viel zu viel Angst hat, um wieder einem Mann näherkommen zu lassen. Ihre Garten-Nachbarin Gemma wird eine gute Freundin und als die Kleingartensiedlung ins Fernsehen kommen soll, taucht der attraktive Aidan auf, der die Produktion leitet und Tillys Herz höher schlagen lässt...

 

Die Protagonistin Tilly kommt sehr sympathisch rüber und man möchte ihr Herz streicheln und ihr Zuversicht zusprechen. Ihre schüchterne, durch das schwere Leben geprägte Art und ihre Zerbrechlichkeit was Gefühle anlangt, beeindrucken den Leser. Man hofft, sie würde auch einen Menschen finden, der sie liebt und dem auch sie sich wieder zuwenden kann. Sie ist lange einsam, aber ein Mensch braucht auch eine Zeit um große Traurigkeit verarbeiten zu können. 

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen! Es ist mein erstes Buch von Cathy Bramley und sicher nicht mein Letztes. Drei Romane wurden bisher übersetzt ("Wie Himbeeren im Sommer" und "Fliedersommer"). Aber Cathy Bramley ist sehr fleißig und hat schon viel mehr Bücher geschrieben. Bleibt zu hoffen, dass bald mehrere ihrer Romane übersetzt werden.

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"Eine Liebe in Apulien" - Sabrina Grementieri

Violas Großmutter stirbt und hinterlässt ihr in Apulien einen alten Gutshof samt Nebengebäuden. Carmela, die Köchin der alten Dame und ihr Gatte Vito, der sich um den Hof kümmert, sollten dort ein lebenslanges Wohnrecht haben und sind ebenso traurig über den Verlust der alten Dame. Viola überlegt hin und her, ob sie ihr Erbe verkaufen sollte oder ob sie bleiben soll. Viola plant ein Hotel zu eröffnen und möchte die alten Gemäuer restaurieren, weil das eigentlich ihr Beruf ist. In ihrer Heimat ist sie ohne Job und ohne Freund und so ist die Verlockung groß in dem schönen Land zu bleiben. Also krempelt sie die Ärmel hoch und holt sich Hilfe. Aris und Enzo helfen Viola bei der Arbeit, weil Vito am Feld arbeiten muss. Schon beim ersten Blick verlieben sich Aris und Viola, doch Aris hat Sara versprochen bei ihr zu bleiben, da diese nach einem Motorradunfall mit Aris an den Rollstuhl gefesselt ist...

 

Ich tolle Geschichte in einer tollen Umgebung! Man fühlt mit den Figuren und es gibt genug Hindernisse für die Liebe zwischen Viola und Aris. Die Spannung kann aufrecht erhalten werden bis zum Schluss und so lest sich das Buch sehr leicht und schnell. Die Figuren sind gut beschrieben und auch als der Immobilienhai Angelo Rinaldi versucht Viola zu vertreiben, weil er ihr Grundstück braucht für eine Golfanlage, fiebert man mit Viola mit. Das Buch ist ein toller Sommerroman, aber keine seichte Lektüre. Er hat durchaus Tiefgang und zeigt auch die Problematik, die sich für Viola ergibt in einem fremden Land ein neues Leben anzufangen, ganz alleine, ohne ihre Familie.

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