"Vatertage" - Stephan Bartels

Simon Havlicek hat ein schönes Leben mit seiner Frau Anke und den beiden Kindern. Er ist bei seiner Mutter Jarmila und seinem Stiefvater Janko groß geworden und hat seinen leiblichen Vater Michael Petersen nicht wirklich vermisst. Er hat ihn auch nur zweimal in seinem Leben gesehen und gesprochen hat Michael Petersen auch nie mit ihm. Als er schließlich vom Sozialamt ein Schreiben erhält in dem er aufgefordert wird monatlich € 697,69 Pflegebeteiligung zu bezahlen ist er daher fassungslos. Weil er in Elternkarenz ist und Anke in der Zwischenzeit seinen Job als Disponentin im Cineplexx Kino macht, hat er das Geld eigentlich gar nicht! Simon fährt mit seinem Freund Hotte zu Sozialamt. Aber dem Angestellten dort, S. Krusenbaum, ist dies egal: Sohn ist Sohn und Vater ist nun mal Vater. In einem Atemzug erfährt Simon dort auch, dass er noch einen Halbbruder Boris und eine Halbschwester Viola hat, doch die wollen oder können nicht zahlen. Als Simon seinen Vater besucht liegt dieser im Koma und erwacht  völlig unerwartet, als jemand versucht ihn zu töten....

 

Eine sehr gute Geschichte mit zwei Handlungsebenen. Man erfährt wie es damals im "Prager Frühling" war, als Simons Mutter Jarmila seinen Vater Michael kennengelernt hat und welche Auswirkungen diese Zeit auf das Leben der beiden hatte. Sie wurden getrennt und es gab keine Chance für Michael in die Tschechoslowakei zu reisen. Es ist gut, dass Simon seinen Vater kennengelernt hatte und dass er letztlich auch erfahren hat, dass er zwei Geschwister hat. Simon ist schon ein ziemlich cooler Typ und ich kenne ihn bereits aus Bartels vorherigem Roman "Dicke Freunde". 

 

Was soll ich sagen! Ich musste lange warten auf Stephan Bartels neues Buch, aber es hat sich gelohnt und das wußte ich. Ich mag seinen Schreibstil und erkennen ihn von sofort. Dieser flüssige, lässige Schreibstil, so cool und sich nie ein Blatt vor den Mund nehmen, das ist Stephan Bartels Art zu schreiben. Die Figuren sind gut beschrieben und man kann sich gut in die Rolle von Simon Havlicek versetzen. Nur eines ist bedauerlich nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, dass das Buch schon zu Ende ist! Ich hätte so gerne weiter gelesen, mehr über Simon Havlicek gelesen! 

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Verliebt bis über beide Herzen - Sarah Morgan

Dieses Buch habe ich von NetGalley!

 

Vielen herzlichen Dank an NetGalley und dem MIRA Taschenbuchverlag!

 

Molly ist Psychologin und Ratgeberin für Liebesfragen. Sie lebt mit ihrem Hund Valentine sehr glücklich und zufrieden in New York, nachdem sie England gemobbt und gedemütigt verlassen hatte. Im Central Park trifft sie den zynischen Scheidungsanwalt Daniel, der einen Ruf als herzloser Verführer hat. Molly jedoch will ihr Herz schützen und hat keinerlei Ambitionen mit Daniel sich zu unterhalten oder gar zu treffen.

Daniel leiht sich eigens von seiner Schwester eine Hund aus um mit ihr ins Gespräch zu kommen. Er ist hartnäckig und schafft es, dass sie sich nett unterhalten und sich immer mehr voneinander erzählen. Immer wieder stößt sie ihn weg. Aber lest selbst, ob er irgend wann sagt, "jetzt bin ich ihr lange genug nachgelaufen!".

 

Anfangs hatte das Buch wenig Schwung, aber mit der Zeit sind mir Molly und Daniel immer mehr ans Herz gewachsen. Je mehr ich von ihnen und ihrer Vergangenheit erfuhr, desto mehr konnte ich beide verstehen. Man sieht auch gut die Macht der Medien in der Geschichte. Auf jeden Fall ist die Geschichte sehr lesenswert und schließlich kann man das Buch kaum mehr weglegen. Auch Daniels Schwestern sind sehr sympathisch und um die gibt es ja eine Fortsetzung...

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"Größter anzunehmender Glücksfall" - David Foenkinos

Jean-Jacques hat eine hübsche Frau und eine Tochter. Er ist glücklich, wenn da nicht die Sonntage wären, an denen er mit seiner Frau zu seinen Schwiegereltern fahren müsste, deren Ehe alles andere als gut zu bezeichnen wäre. Sonst ist sein Leben Routine. Na ja, Sex hat er kaum mehr und da ist er seinem geschiedenen Arbeitskollegen Edouard schon neidig, weil dieser sich vor Frauen gar nicht retten kann. 

Eines Tages erkennt er an seiner Sekretärin Sonia eine erotische Ausstrahlung, die ihm bisher noch nicht aufgefallen ist! Prompt trifft er sich mit ihr und beginnt eine Affäre. Seine Ehefrau Claire bemerkt seine unverschämte Beschwingtheit und lässt ihn von einem Detektiv beschatten. Als er wieder einmal so selbstgefällig in der Hängematte bei den Schwiegereltern liegt mit lächelndem Gesicht, obwohl ihm die Besuche sonst so lästig waren, geht Claire zu ihm hin und teilt ihm mit, dass sie ihn verlässt...

 

Die Figuren in diesem Roman sind gut beschrieben und der Erzählstil ist sehr beschwingt und ehrlich, einfach David Foenkinos. Ich lese seine Bücher sehr gerne! Die Geschichte in diesem Buch ist aber etwas banal und somit wenig spannend. Man hat schon oft davon gehört, gelesen oder man ist selbst davon betroffen oder ein Bekannter oder Verwandter. Die Geschichte ist vorhersehbar und deshalb irgendwann ein wenig langweilig. "Das hätte ich ihm gleich sagen können", denkt man sich irgendwann. Es ist einfach der Erzählstil von Foenkinos weswegen ich immer wieder zu seinem Büchern greifen werde, auch wenn dieses Buch nicht so spannend war.

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