"Die Lichter von Paris" - Eleanor Brown

Es ist die Geschichte zweier amerikanischer Frauen: Madelaine, die 1999 in Chicago mit Phillip, einem Geschäftsmann unglücklich verheiratet ist und für ihren Mann ihre große Liebe, das Malen aufgegeben hat und ihre Großmutter Margaret ("Margie"), die 1919 ebenfalls einen Geschäftsmann heiraten hätte sollen. Es sind zwei Zeitebenen, die immer abwechseln. Man sieht sehr gut die Parallelen ihrer beider Leben. Margie kann dieser Heirat jedenfalls vorerst entfliehen, da sie ihre Cousine Evelyn nach Paris begleiten und auf diese aufpassen soll. Doch Evelyn lernt schnell ein paar junge Leute kennen, will sich von Margie nicht kontrollieren lassen und verschwindet aus dem Hotel. Margie will nicht nach Hause fliegen und bleibt in Paris. In einem Cafe lernt sie Sebastien kennen. Er redet ihr zu in Paris zu bleiben und bald kann sie  für wenig Geld in einer amerikanischen Bibliothek arbeiten. Sie wohnt im Americans Girls Club, wo sie ein kleines Zimmer bewohnt unter viele anderen jungen Amerikanerinnen, die es ebenfalls in die Stadt der Liebe gezogen hat. 

Madelaine entflieht ebenfalls ihrer Ehe und ihren Verpflichtungen ihren Ehemann ständig auf geschäftliche Veranstaltungen begleiten zu müssen. Sie reist zu ihrer Mutter, die das große Elternhaus verkaufen will, weil es ihr allein zu groß ist. Dort findet sie auf dem Dachboden die alten Tagebücher ihrer Großmutter, die über ihre Zeit in Paris geschrieben hat. Madelaine fühlt sich wohl in dem Haus und ihrer kleinen Heimatstadt, in der sich viel geändert hat. Hier könnte sie glücklicher sein und malen. Im Nachbarhaus wurde ein Restaurant eröffnet und Madelaine lernt im Garten den Besitzer Henry kennen..... Doch kann man aus seinem Leben einfach ausbrechen? Kann man alles hinter sich lassen, noch dazu als Frau?

 

Das Buch ist sehr fesselnd und die handelnden Personen autentisch. Man kann sich gut hineindenken in die Geschichte und eigentlich ist es schlimm, dass von Eltern, genau genommen von Müttern ein solcher Druck ausgeübt wird auf ihre Töchter. Sie wollen nur "das Beste" für ihre Töchter: eine unbeschwertes Leben mit einem Mann der gut verdient oder reich ist.  Es ist traurig, wie unglücklich Menschen sind, die ihren Lebenspartner nicht frei wählen dürfen und sich nicht befreien können von diesen emotionalen Zwängen ihrer Mütter. Madelaine wollte auf die Kunstschule gehen, aber ihre Eltern zwangen sie ein Studium zu machen, mit dem man "sicher Geld verdienen kann"! Die Liebe und Sehnsucht zur Malerei begleitet Madelaine wie eine unerfüllte Liebe.

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"Die Frau des Juweliers" - Judith Lennox

Juliet lernt in Kairo den etwas älteren, reichen englischen Juwelier Henry Winterton kennen, heiratet ihn und geht mit ihm nach England. Sie zieht in das Herrenhaus Marsh Court ein, in dem sie sich gleich zu Hause fühlt. Ihre Ehe mit dem herrischen und zynischen Henry ist jedoch von Anfang an schwierig. Sie bekommen zwei Kinder, Piers und Charlotte. Als während des zweiten Weltkriegs die Geschäfte nachlassen wird Henry noch ekelhafter zu seiner Familie. Nur sein Freund Gillis Sinclair versteht es mit ihm umzugehen. Zu Gillis flüchtet sich auch Juliet, weil er so ein fröhlicher und netter Mensch ist.... Die Schicksale der einzelnen Familienmitglieder werden genau beschrieben und auch die vielen Missverständnisse und Probleme. Die Geschichte ist von Anfang an sehr interessant und man fühlt mit Juliet, deren Leben alles andere als leicht ist. Sie erduldet wegen der Kinder ihr Schicksal mit dem ganz und gar falschen Mann verheiratet zu sein. Auch ihre Kinder, insbesondere Piers hat Probleme mit seinem Vater und muss selbst auch in seiner Ehe erkennen, woran er arbeiten muss, wenn er seien Frau und seinen Sohn nicht verlieren will. Der hübsche Gillis kann schließlich Juliet auch nicht retten, aber das Schicksal schlägt erbarmungslos zu.

 

Judith Lennox schreibt sehr interessante Romane, aber sie könnten um ein Drittel kürzer sein und das wäre auch für die Geschichte nicht negativ, man könnte die Geschichte genauso erzählen. Die Figuren wurden gut beschrieben, aber im Zentrum stand die Familie und ihre Schicksalsschläge. Ein unterhaltsamer Roman und eine interessante Geschichte, aber etwas langatmig.

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"Die Oleanderfrauen" - Teresa Simon

Dieses Buch habe ich vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House!

Vielen herzlichen Dank! Danke Carolina Teichmann Cravo und dem Heyne Verlag!!!

 

Sophie Terhoven, feiert 1936 ihren 17. Geburtstag und ist somit im „heiratsfähigen“ Alter. Sie wird von ihrer Mutter Delia in die Gesellschaft eingeführt, die durch den Beginn des 3. Reichs gerade im Wandel begriffen ist. Ein Freund der Familie, Hellmuth Moers, hat eine hohe Position in der neuen Partei inne und kommt als Heiratskandidat mehr als ins Frage. Sophie wehrt sich dagegen. So fühlt sie sich zu ihrem Jugendfreund Hannes hingezogen, der als Sohn der Küchin nun eine Ausbildung im Kaffeeunternehmen macht. Gut dass da noch ihre Tante Felicia „Fee“ Terhoven und ihr Schulfreund Malte sind! 

Parallel dazu gibt es die Gegenwarts-Geschichte rund um die Cafèbesitzerin Jule, die ein Cafe, ihr Strandperlchen, in Hamburg eröffnet hat. Sie liebt hochwertigen Kaffee, historische Familiengeschichten. Sie lernt nicht nur ihre neue Freundin Aphrodite kennen,  die einen außergewöhnlichen Brautmodenladen zwei Häuser weiter besitzt. Auch die ältere Dame Johanna und ihren Neffen Nils lernt sie kennen. Schließlich erzählt abwechselnd Johanna und Jule, die das Tagebuch von Sophie Terhoven zu lesen.

Wie schlimm es früher war, wenn Frauen einfach verheiratet wurden! Und noch dazu sich in einen jungen Mann zu verlieben der nicht "standesgemäß" war und eine Heirat ausgeschlossen war, muss einfach schrecklich gewesen sein. Das Buch ist sehr interessant und die Protagonisten lebhaft beschrieben. Ich kann dieses gute Buch wirklich weiterempfehlen!

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